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Die Tätigkeiten des Naturschützers Abraham Yaffe (2) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Danny Rubinstein   
Montag, den 07. März 2005 um 15:29 Uhr

Die Tätigkeiten des Naturschützers Abraham Yaffe (2)

hebräische Version

Übersetzung aus DAVAR (Tel Aviv), 11. August 1978

DIE SIEDLER AUF ISRAELS MÜLLPLÄTZEN

von Danny Rubinstein

Südlich der Bilu-Kreuzung verläuft die Straße in westlicher Richtung und umgeht eine ausgedehnte Zitrus-Plantage. Dort, hinter dem großen Gebäudekomplex der Kaplan-Klinik von Rehovoth, und direkt gegenüber der Regions-Schule des Kibbutz Givat Brener, kann man eine große israelische Beduinen-'Siedlung' sehen, wie das im heutigen politischen Jargon heißt. Wegen dieser Siedlung, und wegen 800 anderer, ähnlicher Siedlungen, schrieb der Herausgeber von JEDIOTH AHARONOTH, Dr. Herzl Rosenblum, vor ungefähr zwei Wochen: "Während w i r lang und breit debattieren, was wir uns bei unseren eigenen Siedlungsunternehmungen erlauben oder nicht erlauben dürfen, hören wir von den Beduinen-Massen aus dem Süden, wie sie über das Staatsland herfallen, und wie sie es, ohne daß sich irgend jemand darum kümmert, auf aggressive Weise in Besitz nehmen... Es kann keinen Zweifel geben, daß sie ihre Operation nicht auf eigene Faust betreiben, sondern daß eine sehr große und reiche Macht hinter ihnen steht; denn nicht einmal die Beduinen mit ihrer Genügsamkeit haben genügend Ausdauer, diesen komplizierten Eroberungsplan in die Tat umzusetzen, wenn ihnen nicht jemand dabei hilft."

Khalik Abu Balal, etwa 35 Jahre alt, lebt in dieser 'Siedlung' an der Bilu-Kreuzung. Wenn man ihn fragt, ob die PLO oder die Prinzen von Saudi-Arabien diese 'Siedlung' finanzieren, reagiert er mit Verwunderung und schließlich lacht er. . . Die ersten Beduinen kamen im Jahre 1962 hierher, aber erst vor etwas mehr als einem Jahr, kurz nach der Aufdeckung der Korruptionsaffäre in der Stadtverwaltung von Rehovoth, machte der Gemeinderat diesen Ort zum Müllplatz der Stadt. Die 'Siedler' auf der Mülldeponie hinter der Kaplan-Klinik haben keine Schafherden mehr, wie das bei Beduinen früher üblich war. Sie haben ein paar Hühner, und einige Haustiere, und leben als Arbeiter. Sie arbeiten in den umliegenden Fabriken, sie bewachen die örtlichen Öltanks, sie arbeiten in den Garagen und Restaurants. Aber vor allem verdienen sie sich ihren Lebensunterhalt als Landarbeiter in den Zitrus-Plantagen von Rehovoth, in einigen umliegenden Moshavim und im Kibbutz Givat Brener.

Das System ist bekannt: Jüdische Farmer erhalten vom Staat viele Privilegien. Sie bekommen das Recht, auf nationalem Boden Landwirtschaft zu treiben, das Anrecht auf Wasserquoten und das Recht zur Produktion einer festgesetzten Menge von landwirtschaftlichen Produkten. Der jüdische Farmer, der auf Grund dieser Vorrechte seine Farm aufgebaut hat, kann nun diese Rechte beispielsweise einem Beduinen-Arbeiter untervermieten (2)...

Mehr oder weniger regelmäßig alle zwei Wochen müssen die 'Siedler' auf dem Müllplatz von Rehovoth auf einen Überfall gefaßt sein. Seit dem letzten Jahr wurde das zur Gewohnheit. Es sind Leute von der Naturschutzbehörde, die sie belästigen. Es erscheint nicht besonders logisch, daß ein Müllplatz unter Naturschutz stehen soll. Aber vielleicht betrachtet man die Beduinen selbst als Objekte des Naturschutzes.

"Was wollen die von uns?", fragt Hassan Abu Sirkhan. In den Zeitungen hieß es, sie würden Land stehlen, und man sprach von einem 'expandierenden Beduinen-Zionismus', wie General Abraham Yaffe, der Direktor der Naturschutzbehörde das genannt hat. Aber falls auf dieser Welt überhaupt etwas mit Sicherheit gesagt werden kann: Hassan auf diesem Müllplatz versteht wirklich nicht, was diese Vorwürfe bedeuten sollen. Von Zeit zu Zeit gibt es einen größeren Überfall. Jeeps mit den Leuten vom 'Grünen Kommando' kommen, sie sind mit Maschinenpistolen bewaffnet, und vor der Zeltgruppe einer bestimmten Familie springen sie ab. In der 'Siedlung' auf dem Müllplatz von Rehovoth haben sie sich noch nicht getraut, Gewalt gegen Beduinen anzuwenden, wie sie es anderswo gemacht haben. Hier versuchen sie lediglich die Einschüchterungsmethode. Sie drohen, sie stoßen Befehle aus und stellen ein Ultimatum: Innerhalb einer Woche - rauf auf einen Lastwagen, und ab mit Euch in den Negev! Khalik Abu Balal sagt, es sei ihr Glück, daß die Besitzer der Zitrus-Plantagen, einige Moschavniks und einige Mitglieder des Kibbutz Givat Brener den Beduinen zu helfen versuchen...




Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 17. April 2010 um 19:02 Uhr
 
 
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