Bin Laden: Tod eines Auslaufmodells?
Gerhard Wisnewski
Erinnern Sie sich noch an bin Laden? Bin wer? LADEN! Das war der
Mann, der angeblich die letzte große Katastrophe auf dem Globus
ausgelöst hat – die Attentate des 11.9.2001. Genau wie bei der
Finanzkrise wurde auch damals versucht, mit Hilfe dieser Katastrophe
die Welt zu einen und zu regieren – und natürlich, sich diktatorische
Vollmachten zu verschaffen. Ach DER! Genau der. Der ist tot. Sagt
jedenfalls der ehemalige CIA-Mann Robert Baer.
Tja, heutzutage müssen wir komplett umdenken: Weg von den
Terroristen mit den »Wickelmützen« (Bröckers) und den langen Bärten,
hin zu den Finanzterroristen mit den polierten Schuhen, den kleinen
Köfferchen und den Schlipsen. Gegen sie ist so ein Flugzeug oder auch
zwei rein gar nichts. Ihre Bomben zünden lautlos mitten im Finanzsystem
und können weit mehr Tote fordern, als die angebliche bin-Laden-Aktion
am 11.9.2001. Sie haben die Welt noch wesentlich umfassender aus den
Angeln gehoben, als das bin Laden jemals möglich gewesen wäre.
Der gute alte Bin! Was treibt er eigentlich so? Fast schon rührend,
die Sache mit den Flugzeugen. Irgendwie archaisch! Wie sich die
arabischen Amateurpiloten vor dem Turm da schneidig in die Kurve legen,
das Teppichmesser zwischen den Zähnen, um dann ... naja, das ist
selbstverständlich alles Legende. Aber selbst wenn bin Laden es gewesen
wäre – wäre das gegen die Finanzverbrechen, die am Ende Millionen
Menschen Leib, Leben und Existenz kosten können, nicht geradezu
Kleinkram? Ja, die sogar einen neuen Weltkrieg auslösen können?
Natürlich wäre es Kleinkram. Das Problem ist nur: Von den neuen Verbrechen fehlen die Bilder.
- Wie
sieht so ein Finanzterrorist überhaupt aus? Eben: Von normalen Menschen
lässt er sich nur schwer unterscheiden. Sein Äußeres ist einfach nicht
bizarr und fremdartig genug. Es wäre also schwierig, ihn optisch zu
definieren und unverwechselbar zu machen.
- Wie sieht so eine
Finanzbombe überhaupt aus? Also, ich sehe da nur Zahlenkolonnen über
Bildschirme huschen. Das funzt nicht. Da waren doch die beiden fetten
Airliner in den Türmen was ganz anderes!
- Wie genau
funktioniert eigentlich so eine Finanzbombe? Da wird es richtig
schwierig. Die 9/11-Aktion war dagegen geradezu einleuchtend, hatte
gewissermaßen eine Art Logik, wenn auch nur prima facie: Flugzeug,
Flugbenzin, Flamme – rumms: Menschen stürzen aus den Fenstern, Gebäude
kollabieren, Menschen weinen.
Das versteht jeder, und
deshalb empört es auch jeden. Oder wie ich früher schon einmal
geschrieben habe: Das ist ein prima Auslöser, mit dem man eine enorme
Wut auf eine bestimmte Gruppe auslösen kann.
Das Dumme ist nur, die Finanzverbrechen, die nun wirklich etwas in
uns auslösen sollten, können das nur schwer. Es fehlt ihnen das
Gesicht, es fehlen klare und anschauliche Handlungen, und es fehlen
einstweilen auch noch genügend verzweifelte Opfer. Natürlich kann man
jetzt ganz fest an seinen Bankberater denken, der einem die Lehman-Papiere
angedreht hat. Aber aus ihm einen richtigen Bösewicht zu machen, fällt
schwer – denn immerhin existierte der Bankberater erst schlappe 30
Jahre, Lehman Brothers aber 158! Wie soll der darauf kommen, dass Lehman Brothers einfach so verschwinden könnte? Das wäre ja, als würde die Welt untergehen!
Das Problem: Kein Mensch hat sich die Mühe gemacht, irgendetwas für
uns zusammenzuinszenieren. Es fehlt einfach das Drehbuch. Natürlich,
schließlich will man die Wut diesmal ja auch nicht unbedingt bündeln,
und zwar, weil die bin Ladens nicht in irgendwelchen Höhlen in
Afghanistan, sondern mitten unter uns in den Banken, Bundestagen und
Hinterbänken sitzen, wo sie eben mal nicken oder die Hand heben, wenn
irgendwelche Bankgesetze gelockert werden sollen. Ja, diese bin Ladens
sitzen hinterher sogar in Talkshows herum, und kein Mensch erkennt sie!
Doch ich schweife ab. Wenn der echte bin Laden mit den falschen
Anschlägen in Wirklichkeit tot wäre, wäre das ja fast nur noch eine
Fußnote der Geschichte. 2001 ging es ihm ja schon nicht gut, als er als
der gefährlichste Dialyse-Patient aller Zeiten noch in irgendwelchen
amerikanischen Krankenhäusern herumhing und wegen seiner kranken Niere
behandelt wurde.
Insofern würde es passen, was der frühere CIA-Agent Robert Baer am 2. Oktober 2008 in einer Radiosendung
von sich gab. Demnach ist bin Laden »selbstverständlich« tot. Die
vielen seit damals von ihm aufgetauchten Videos seien kein Beweis:
»Alle diese Dinge können manipuliert sein, Stimmen können manipuliert
sein. Sie können diese Aufnahme hier nehmen, alles verändern, und mich
das Gegenteil von dem sagen lassen, was ich gesagt habe. Ihre Techniker
können das machen. Er ist nicht aufgetaucht. In den letzten Monaten
habe ich eine Umfrage unter CIA-Offizieren gemacht, die auf seiner Spur
waren, und was mich verblüffte war, dass nicht ein einziger sicher war,
ob er tot ist oder lebt. Sie haben keine Ahnung! Dieser Mann verschwand
einfach vom Angesicht der Erde. Sowas ist in meiner Zeit bei der CIA
nie passiert.«
Verblüffend.
Was mich freilich verblüfft ist, wie ein Ex-CIA-Offizier so viele
CIA-Offiziere interviewen kann. Aber sei's drum: Bin Laden war einfach
ein Auslaufmodell. Ob er nun gestorben ist oder ob man ihn nur sterben
ließ, macht da fast keinen Unterschied ...
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