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Antiterrorkampf in Großbritannien PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Erhard M. Hutter (Salzburger Nachrichten, 24. M   
Dienstag, den 24. März 2009 um 22:48 Uhr

http://www.salzburg.com/nwas/index.php?article=DText/9auvovvmc4xfdu~oorns6fy&img=&text=&mode=&section=newsletter&channel=nachrichten&sort=#

Bürger helfen im Antiterrorkampf

24. März 2009 | 17:15 | | Erhard M. Hutter (SN), Salzburger Nachrichten

Die britische Regierung bereitet sich und die Bevölkerung auf neue, immer gefährlichere Terroranschläge vor.

London (SN). Nach den Worten der britischen Innenministerin Jacqui Smith kann sich das Königreich im Kampf gegen Terrorismus nicht allein auf Polizei und Geheimdienste verlassen, es müsse vielmehr „die breiteste Unterstützung“ in der Bevölkerung suchen. Die Ministerin stellte am Dienstag die neue Strategie gegen den Terrorismus, die „umfassendste in der Welt“, vor. Das Dokument spricht von der Notwendigkeit, „jene herauszufordern, die alle von uns hoch geschätzten Rechte verwerfen, unsere Institutionen und die Werte unserer parlamentarischen Demokratie verspotten, und Intoleranz fördern.“
Dutzende Attacken vereitelt
Frau Smith ist stolz auf die bisherige Bilanz in der Auseinandersetzung mit dem Terror. „Wir haben mehr als ein Dutzend Attacken vereitelt, wir brachten in den letzten Jahren mehr als 200 Leute vor Gericht, aber wir müssen weiter denken, wie sich die Bedrohung entwickeln kann.“

Die Terroristen versuchten nämlich, immer einen Schritt voraus zu bleiben. Die „extrem weit reichende Strategie“ schließt Wege ein, die Stimmen von gemäßigten Moslems zu unterstützen, sich auf einen Angriff vorzubereiten und die Unterstützung der weiteren Gemeinschaft zu finden.

Der Gefahrenpegel, wie er vom „Terrorism Analysis Centre“ festgelegt wird, steht seit Juni 2008 auf „ernst“. Das soll heißen: Mit Terroranschlägen muss gerechnet werden. Entwarnung wird es nicht so bald geben. Auch wenn El Kaida zerfällt – wie Experten im britischen Innenministerium erwarten – werden doch gleich gesinnte Bewegungen das Werk fortsetzen.

Im „Projekt Argos“ sind bisher schon 60.000 Leute mit Funktionen in Restaurants, Geschäften und Wachdiensten ausgebildet worden, im Ernstfall Hilfe zu leisten und eine Massenpanik zu verhindern. Nach den Worten von Premierminister Gordon Brown behalten diese bestens geschulten Personen „überfüllte Plätze“ wie Bahnhöfe, Flughäfen, Einkaufs- und Sportzentren im Auge. Etwa 3000 Polizeibeamte sind außerdem vollamtlich in der Terrorbekämpfung eingesetzt.

Die Strategie konzentriert sich erstmals auf die Gefahr von chemischen, biologischen, radiologischen und schließlich nuklearen Waffen. Im unmittelbaren Blickwinkel stehen natürlich so genannte „schmutzige Bomben,“ die ganze Stadtviertel vergiften könnten. Nach Ansicht von Beamten in Whitehall hat sich für die Gewalttäter die Chance verbessert, derartiger Waffen habhaft zu werden. Das ist in einer Welt möglich, in der Staaten zerfallen, wo der Zugang zu radiologischem Material etwa in Spitälern leichter geworden ist, und in der der Schmuggel atomaren Materials floriert.

Das Dokument mit dem Titel „Contest Two“ legt großen Wert auf Vorbeugung einer Entwicklung, in der Moslems in den Extremismus getrieben werden. Es schließt auch eine Informations-Kampagne in der Bevölkerung ein, um deren Wachsamkeit zu schärfen. Die Autoren des Reports betonen, dass besondere Lehren aus dem Terroranschlag im indischen Mumbai vom November vergangenen Jahres gezogen worden seien. Kritiker bemängeln freilich, es fehlten speziellen Angaben über die angeblich 80 Terroranschläge, die in diesem Jahrzehnt von einer wachsamen Ordnungsmacht verhindert worden sind.



Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 17. April 2010 um 16:32 Uhr
 
 
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