Anhang G11


Bewertung des Anschlages bei Würzburg, 18. Juli 2016


[Auszug aus dem Buch von Elias Davidsson „Psychologische Kriegsführung und gesellschaftliche Leugnung: Die Legende des 9/11 und die Fiktion der Terrorbedrohung“, Zambon Verlag, Frankfurt a.M, 2017]


Folgende Bewertung beruht auf den zehn Kriterien zur Unterscheidung zwischen authentischen und verdeckten Staats terrorismus, die sich hier befinden.


Die offizielle Darstellung: Ein 17-jähriger afghanischer Asylant namens Riaz Khan Ahmadzai (hiernach Riaz), der bei einer deutschen Pflegefamilie in Gaukönigshofen wohnte, soll in einem Regionalzug auf der Strecke nach Würzburg am Abend des 18. Juli 2016 mit einem Messer und eine Axt vier ihm unbekannten Touristen aus Hong Kong angegriffen und schwerverletzt haben. Nachdem der Zug angehalten war, floh er aus dem Zug, spazierte durch Heidingsfeld, ein Stadtbezirk von Würzburg, verletzte auf seiner Flucht Richtung Mainauen noch eine Passantin mit seine Axt  und wurde von einem Spezialeinsatzkommando verfolgt und zum Tode erschossen. Der Islamische Staat soll kurz danach den Täter in einer Meldung und durch die Vorlage eines Videos als “ihren Mann” erklärt haben.


#1 (Bekennermeldung): Obwohl keine eigentliche Bekennermeldung seitens des IS erstellt wurde, „tauchte“ ein Video irgendwo auf, auf dem der mutmaßlicher Täter sich zum „Islamischen Staat“ bekennt und seine Absicht erklärt ein Anschlag in Deutschland zu begehen. Über die Herkunft dieses Videos schrieben deutsche Medien folgendes: „Die dem IS nahestehende Plattform Amaq veröffentlichte ein Video“1 „Das Video wurde durch das IS-Sprachrohr Amak am Nachmittag verbreitet.“2 „Das IS-Sprachrohr Amak hat im Internet ein Video verbreitet.“3 „Der IS hatte am Nachmittag über das Internet ein Video veröffentlicht”4 “Der sogenannte Islamische Staat veröffentlichte am Dienstag ein Video in sozialen Netzwerken.”5 „Verbreitet wurde das Video von der sogenannten Nachrichtenagentur Amaq.”6 “Allerdings tauchte am Nachmittag ein Bekennervideo auf, dass der IS-Propagandakanal Amaq auf YouTube verbreitete.”7 Euronews behauptete sogar, dass das Video sich auf der “Webseite” von Amak befand, die allerdings nicht existiert! (Youtube: “Wohl dosierter und kalkulierter Horror”).


In keiner der Meldungen wird mitgeteilt wo genau, wann und vom wem das Video gefunden wurde. Da weder der “Islamische Staat” noch “Amaq” eine Telefonnummer, Email-adresse oder Webseite besitzen, kann die Herkunft des Videos offensichtlich nicht eindeutig festgestellt werden. Eine belgische Zeitung meldete, dass die Informationen über das Video “von David Thomson und die Gruppe SITE [Intelligence Center]” stammen8 und die Süddeutsche Zeitung formulierte es folgend: “Dann ist auch ein Video aufgetaucht, deren Urheber die Terrormiliz sein soll. Davon gehen mehrere Analysten aus, die die Kommunikationskanäle des IS beobachten und als seriös gelten, etwa die Site Intelligence Group.“9 Auch ZDF soll SITE als Quelle erwähnt haben.10 Über die enge Beziehung der US-amerikanischen Firma SITE zu Al Qaida und IS wurde bereits ausführlich berichtet (sie Kapitel 14.2)


Die Medien gaben sich zufrieden mit Aussagen von Politikern, die die “Echtheit”11 und “Authentizität”12 des Videos bestätigten. Was sie mit “Echtheit” und „Authentizität“ meinten, wurde nicht erklärt. Das Video ist insofern echt und authentisch, als darin tatsächlich ein junger Mann ein Text in Pashtu vorliest und von Anschläge in Deutschland spricht. Das besagt noch lange nicht – ganz abgesehen von der Möglichkeit ihrer synthetischen Produktion durch Software – dass hier reines Wein geschenkt wurde.


Mir bekanntlich hat niemand die Identität des Mannes auf dem Video öffentlich in Frage gestellt. Deshalb ist verwunderlich, dass ein Sprecher des bayrischen Innenministers darauf beharrte, dass der Mann auf dem Video tatsächlich “der Täter von Würzburg” sei.13 Die Klärung der Identität des Attentäters stützte sich nach Angaben des Innenministeriums auf Gesichtsvergleiche des Bundeskriminalamts.14 Soll man diese Äußerungen so verstehen, dass es Zweifel an die Identität des Mannes auf dem Video gab, die Gesichtsvergleiche bedurften? Und wenn niemand Zweifel an die Identität des Mannes auf dem Video äußerte, warum wurde von einem besonderen Gesichtsvergleich des BKA überhaupt in den Medien berichtet?  Die Frage der Identität ist damit noch nicht geklärt, wie wir noch sehen werden.


Einige Medien berichteten, dass das Video mit einem Handy aufgenommen wurde.15 Laut (ungenannten) Zeugen soll die Aufnahme in Würzburg stattgefunden haben.16 Wie sie es feststellten, bleibt ein Rätsel, denn die öffentlich zugängliche Fassung des Videos ermöglicht nicht die Ortung der Aufnahme.


Von dem Video kann man wohl entnehmen, dass der Mann ein Text vorliest (das Video befindet sich unter „Bekennermeldung Würzburg“ auf Youtube). War bei der Aufnahme eine andere Person tätig?  Die Bewegungen des Handys deuten darauf hin, oder hatte der Sprecher das Handy mit der linken Hand gehalten?


Wurde das Video mit der Technologie der Körperanimation, Gesichtsanimation und Lippensynchronisation produziert? Das ist schwer zu sagen, aber diese Technologie ist längst vorhanden. Das dieser Verdacht begründet ist, ergibt sich aus glaubwürdigen Berichte über die Herstellung von gefälschten Videos seitens der CIA, so wie die Verbreitung eines offensichtlich gefälschten Videos, der angeblich Mohammed Atta und Ziad Jarrah – zwei der mutmaßlichen Attentäter des 9/11 – beim Vorlesen eines Testaments zeigen soll (siehe näher Anhang E über diese Technologie).


Im Video erklärt der Sprecher seine Absicht “euch in eurem eigenen Haus ab[zu]schlachten” und “eure Schädel mit Äxten [zu] brechen”. Mit „euch“ soll er „die Deutschen“ gemeint haben. Sein Vorhaben erklärt er folgendermaßen: 


Die Zeiten sind vorbei, in denen ihr in unsere Länder gekommen seid, unsere Frauen und Kinder getötet habt und euch keine Fragen gestellt wurden. Die ungläubigen Regierungen saßen einfach da und taten nichts. Sie hatten nicht ein bisschen Ehre im Leib, dass sie sich nicht gegen euch ausgesprochen haben.17


Soll der Sprecher damit versucht haben seine Absicht zu berechtigen, nicht etwa Vertreter des “ungläubigen Staates” – Politiker, Polizisten, Soldaten – sondern unbeteiligten Bürger anzugreifen? Auch wenn diese Absichtserklärung unlogisch erscheint, wie kann ein Angriff auf chinesischen Touristen mit diese Videobotschaft vereinbart werden? Hier stimmt etwas nicht.


Der ‘Islamische Staat” soll über seine sogenannte Nachrichtenagentur Amaq eine weitere Meldung mit folgenden Inhalt verbreitet haben: "Der mit Hieb- und Stichwaffen angreifende Täter in Deutschland ist einer der Kämpfer des Islamischen Staates. Er hat diese Operation als Antwort auf unsere Aufrufe ausgeführt, die Länder der Koalition anzugreifen, die den IS in Syrien und im Irak bekämpft.“18 Auch hier wurde nichts zur Herkunft der Meldung angegeben. Waren auch hier David Thomson und SITE Intelligence Center die Lieferer der Meldung?  ----> 10 Punkte


#2 (Tod des oder der Täter): Der mutmaßlicher Täter wurde von der Polizei tödlich erschossen. Damit wurde der wichtigste Beweis vernichtet.-----> 10 Punkte


#3 (Platzierung oder Manipulation von Beweisen): Dem Spiegel zufolge soll der mutmaßlicher Täter vom Würzburger Zug versucht haben seine Spuren zu vernichten. Sowohl die Sim-Karte als auch der Speicher seines Handys sollen beschädigt gewesen sein.19 Er soll diese mit der Axt zertrümmert haben.20 Er soll aber eine handgemalte IS Fahne in seinem Zimmer bewahrt haben.21 Das ist nichts Neues: Islamistische Terroristen hinterlassen immer belastende Gegenstände zuhause oder am Ort der Tat um die Arbeit ihrer feindlichen Ermittlern zu erleichtern. Der unversehrte Terroristenpass aus den Trümmern des World Trade Center lässt grüssen. ---> 10 Punkte


#4 (Verehrung des oder der Täter): Der Attentäter wurde weder von seinen Freunde noch von bekannten muslimischen Gruppen, Organisationen oder Staaten als Märtyrer oder Held gefeiert. ---> 10 Punkte.


#5 (Altbekannter der Polizei):  So weit aus offiziellen Verlautbarungen zu entnehmen, war der mutmaßlicher Attentäter von deutschen Behörden weder als Krimineller oder als Islamist bekannt. ---> 0 Punkte.


#6 (Öffentliche Untersuchung): Es wurde keine sachliche, gründliche und transparente Untersuchung der Anschläge und der Todesumstände des mutmaßlichen Täters unternommen oder angekündigt. Auch die Resultate seiner Obduktion sind nicht veröffentlicht worden. ----> 10 Punkte.


#7 (Verschleierung, Unterdrückung von Fakten): Von Drohungen bzw. Bestechungen von Zeugen oder Angehörigen der Opfer ist derzeit nicht bekannt. Dennoch besteht ein begründeter Verdacht, dass die Polizei Augenzeugen der Tat und Bekannten von Riaz „empfohlen“ haben zu schweigen, bzw. sie von Medien „schone“.---->5 Punkte.


#8 (Vorherwissen): Von einer Anti-Terror-Übung vor oder während den Anschlägen ist nichts bekannt. Der Augsburger Allgemeine berichtete jedoch, dass ein Spezialeinsatzkommando (SEK) “durch einen Drogeneinsatz zufällig in der Nähe” gewesen war.22 Zufall? Auch ein Hubschrauberkommando war im Einsatz.23 Laut einer anderen Quelle hatten mehrere Hubschrauber mitgeholfen “den Mann zu suchen”.24 Laut einer Anwohnerin kamen Polizei und Rettungskräfte „sehr, sehr schnell“. Zufall? Sie sagte dass sie möglicherweise nur eine oder zwei Minuten gewartet hatte.25 SEK-Beamte sind für Terrorismusbekämpfung, Geiselbefreiung und Zugriffe ausgebildet und zuständig. Auch für Drogeneinsätze? Ausnahmsweise? ----> 10 Punkte.


#9 (cui bono): Die Anschläge in Würzburg und Ansbach gaben Politikern Anlass wieder anti-demokratische Maßnahmen zu beantragen. Klaus Bouillon (CDU), Chef der Innenministerkonferenz der Länder, sagte u.a.: "Es wäre unverantwortlich, bei einer echten Terrorlage auf die technischen und personellen Fähigkeiten der Bundeswehr zu verzichten.”26 Bayerns Ministerpräsident Seehofer kündigte eine "signifikante Aufstockung" der Polizei an.27 Bayerns Innenminister Herrmann kündigte so genannte ballistische Helme für jeden Streifenwagen und eine stärkere Schutzausrüstung für Spezialeinheiten an.28 Bayerns Justizminister Winfried Bausback forderte elektronische Fußfessel für extremistische Gefährder und den Ausbau der umstrittenen Vorratsdatenspeicherung.29 Bundesinnenminister Thomas De Maizière kündigte an, die Polizeipräsenz an Bahnhöfen und Flughäfen "sichtbar" zu verstärken.30 Auch der Ruf der NSA in Deutschland wurde verbessert: Die NSA soll deutschen Behörden geholfen haben mutmaßlichen “Chats” zwischen Riaz und “Hintermänner” in Saudi Arabien in verschlüsselten Foren gefunden und geknackt zu haben.31 Schelm wer vermutet, dass die NSA diese “Chats” selbst produziert hat.


Eine beängstigte Bevölkerung ist leicht anfällig für staatliche Manipulation und Kontrolle. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid, fühlten sich 56 Prozent der Deutschen nach die jüngsten Anschläge nicht sicher. Vor einem Jahr waren es 54 Prozent, vor zwei Jahren 48 Prozent. Für den Einsatz der Bundeswehr im Inneren gäbe es laut Umfrage bereits eine Mehrheit. Einen Ausbau der Videoüberwachung befürworten 54 Prozent. 55 Prozent sind der Meinung, dass die Politik nicht genug für die Sicherheit der Bürger tue. Die Bundesregierung zog demnach das größte Nutzen von den Anschläge, da es ihr nun leichter fällt anti-demokratischen Maßnahmen durchzusetzen.32 ----> 10 Punkte.


#10 (Zusätzliche Indizien): Einige ungeklärte Sachverhalte deuten darauf hin, dass die Behörden nicht die ganze Wahrheit über die Anschläge erzählen wollen:


a. Die Umstände unter welchen der mutmaßliche Attentäter erschossen wurde, bleiben ungeklärt. Die SEK Beamten, die ihn erschossen, sind für solche Fälle ganz besonders ausgebildet. SEKs haben gegenüber der Streifenpolizei eine erweiterte Ausrüstung, u.a. eine schwere Schutzweste, eine Sturmhaube und ein ballistischen Helm.33  So sieht ein ausgerüsteter Mitglied der SEK:

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Abb. 28: Mitglied der SEK bei voller Ausrüstung

Es ist schwer zu glauben, dass diese erfahrene und ausgerüstete Kommandos nicht in der Lage waren den Mann – der selbst keine Schußwaffen trug – ohne Todesschüsse zu entwaffnen. Wenn dem Täter es gelang diese Elitekommandos aus seinem Versteck in einem Gebüsch zu überraschen – wie es uns erzählt wird – muss etwas mit ihrer Ausbildung, oder mit der Geschichte ihrer tödlichen Begegnung, nicht ganz stimmen.


b. Die Leiche des mutmaßlichen Täter wurde erst am 9. August 2016 freigegeben.34 Dauerte die Obduktion mehr als drei Wochen, oder musste die Leiche noch „überarbeitet“ werden? Seine Familie in Afghanistan soll die Überführung des Leichnams bei der deutschen Botschaft in Kabul beantragt haben.35 Ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin wollte mit Hinweis auf den Datenschutz nicht bestätigen, dass ein solcher Antrag bei der Botschaft gestellt wurde.36 Die Behörden in Würzburg sollen ihrerseits schon auf eine anonyme Bestattung des Täters hinarbeiten.37 Gehörte die Leiche einer anderen Person?

c. Ungeklärt bleibt der genaue Tatablauf im Zug:  Was machte der Attentäter bevor er seine Waffen aus seinem Rucksack herausnahm? Wer sah den eigentlichen Angriff? Haben die angegriffene Personen sich gewährt? Laut Spiegel waren “14 weitere Betroffene, die sich im Zug aufgehalten hätten.“38 Was haben sie gesehen? Hat keiner von ihnen versucht etwas zu unternehmen um den Täter zu entwaffnen? Warum haben sie sich nicht geäußert?

d. Eine Zeugin betonte, dass der mutmaßliche Täter bei seiner Flucht es nicht eilig hatte. Er soll „gegangen, nicht gerannt“ haben.39 Ist das mit dem Verhalten eines Mörders, der die Polizei entkommen will, vereinbar?

e. Die Mitarbeiterin des Asylbewerberheimes in Ochsenfurt, wo der mutmaßliche Täter bis zwei Wochen vor den Anschläge noch untergebracht gewesen war, soll sich zufällig im Zug befunden haben und rief die Polizei. Auf den aufgezeichneten Notruf soll man dreimal schreien hören „Allahu Akbar“.40 Haben andere Zugpassagiere diesen Ruf gehört?  War sie „zufällig“ im Zug?

f. Menschen, die den Täter kannten, zeugten von “einem ruhigen und ausgeglichenen Menschen.” An Feiertagen habe er die Moschee besucht, sonst eher unregelmäßig. Riaz schien weder radikal noch fanatisiert.41 Simone Barrientos, Flüchtlingsbeauftragte bei AWO Ochsenfurt, erzählte in der Tagesschau bei ARD Brennpunkt: “Er war sympathisch, er war freundlich, er war entspannt. Ja, nichts was irgendwie stutzig gemacht hätte. Ich bin ganz ratlos, ich bin ganz traurig [...] darüber, dass der Junge tot ist. Weil ich mich natürlich frage - und ich finde, die Frage muss gestellt werden dürfen - ob man ihn nicht hätte anders stoppen können. Weil man ja auch nicht mehr fragen kann was passiert ist.”  Seine Pflegemutter bezeichnete ihn als "nett und zuvorkommend.” Der 17-Jährige war integriert im Ort, er spielte im Sportverein und soll eine Lehrstelle in Aussicht gehabt haben.42 Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtete, soll er in einer Bäckerei gearbeitet haben. 

g. Ein geistig gesunder Mensch kann nicht ohne weiteres ein anderen Menschen kaltblütig und ohne Anlass töten. Um diese eingeborene Hemmung zu überwinden müssen Armeerekruten lange und systematisch verroht werden bis sie auf Befehl bereit sind einen wehrlosen Menschen mit einem Messer umzubringen. Dass Riaz irgendwann und irgendwo zum kaltblütigen Töten trainiert wurde, ist nicht bekannt. Dass er geistig krank war ist nicht bekannt. Dass er chinesische Touristen nicht mochte ist nicht bekannt. Etwas stimmt hier nicht.   

h. Zwei Tage vor der Tat sollen “Veränderungen an seinem Verhalten festgestellt worden” sein.43 Um welche Veränderungen ging es überhaupt und wer hat diese Veränderungen festgestellt? Was wird hier angedeutet?

i. Riaz soll zwei Tage vor den Anschlägen viel telefoniert haben, nachdem er vom Tod eines Freundes in Afghanistan erfahren haben soll. "Diese Nachricht hat wohl nachhaltig Eindruck auf ihn gemacht", sagte Lothar Köhler vom bayerischen LKA.44 Bisher sei nicht bekannt, mit wem er telefoniert habe. Wie erfuhr das Landeskriminalamt über den Inhalt einer Nachricht, die Riaz erhielt und wie konnten die Beamten die Wirkung dieser Nachricht auf ihn feststellen? 

j. Ursprünglich hatte eine Zeugin von zwei Täter gesprochen.45 Wer war sie und was veranlasste sie zu dieser Aussage? Warum wurde diese Spur nicht geklärt? Ein ungenannter Polizeisprecher erklärte, als melde er eine Richtlinie: "Wir gehen von einem Einzeltäter aus.”46 Basta. Damit war die Hypothese der zwei Täter aus der Welt und sollte nicht weiter verfolgt werden.47 Es gibt aber einige Indizien, die für die Hypothese zweier Akteure sprechen. Laut Medienberichten soll eine Zeugin von einem Gerücht über zwei Täter gehört haben. Dies wurde von den Behörden schnell als falsch abgetan. Aber war es nur ein belangloses Gerücht? Jeder, der sich mit den Anschläge des 9/11 und mit den Londoner Bombenanschlägen des 7. Juli 2005 befasst hat, weiß dass hinter „Gerüchten“ gelegentlich wichtige Indizien verborgen sein können, die die Behörden ignorieren wollen.


Folgende Indizien sprechen für die Hypothese von zwei Akteuren bei den Würzburger Anschlägen, wovon einer der tatsächliche Killer gewesen war und der andere (Riaz) als Sündenbock umgebracht wurde. Diese Hypothese mag seltsam erscheinen, weil sie eine perfide Operation voraussetzt, die nicht ohne die Mitwirkung von deutschen Behörden durchführbar gewesen wäre. Ich schicke voraus, dass ich hier ausschließlich eine Hypothese aufstelle und bin daher für besseren Hypothesen offen.


(i)  Zuerst fällt auf, dass die Behörden nicht dem „Gerücht“ von zwei Tätern auf den Grund gegangen sind. Die Quelle und der Grund dieses „Gerüchts“ bleibt ungeklärt.


(ii)  Ein wichtiger Grund für die Aufstellung der Hypothese von zwei Akteuren ist das psychologische Profil von Riaz. Nichts an seinem Profil deutet auf eine gewalttätige, extremistische oder pathologische Neigung hin. Dass eine Person mit seinem Profil ihm  unbekannte chinesische Touristen in einem Zug mit einer Axt zu töten versuchen würde, ist so abwegig, dass man diese Theorie zuerst bei Seite schieben und die Hypothese eines zweiten Täters gründlich untersuchen sollte.


(iii) Das Ringen um die Staatsangehörigkeit des mutmaßlichen Täters ist mir unverständlich. Wenn es um einen Einzeltäter gegangen wäre, hätte es niemanden besonders interessiert, ob der Täter aus einem Grenzgebiet in Afghanistan zu Pakistan oder von der anderen Seite der Grenze stammte. Dagegen wäre ein solches Ringen verständlich, wenn ursprünglich von zwei Personen ausgegangen worden wäre – einer aus Afghanistan und der andere aus Pakistan –  aber nachträglich wurde diese These durch die These des Einzeltäters „von oben“ verordnet: nur jene Fakten sollten fortan herangezogen werden, die diese These erhärten. Für die Methode der politischen Faktenherstellung gibt es reichlich Beispiele.48


(iv)  Die Ermittlungsbehörden in Bayern empfanden offenbar ein Bedürfnis, die Identität zwischen dem Videosprecher und den jungen Riaz zu betonen. Diese Betonung wäre überflüssig gewesen, wenn niemand Zweifel an dieser Identität geäußert hätte. Haben Riazes Freunde, seine Pflegefamilie oder Augenzeugen der Anschlags möglicherweise solche Zweifel geäußert? Das wissen wir nicht, weil ihnen anscheinend verboten wurde, mit Medien zu sprechen.


Merkwürdig erscheint auch die Tatsache, dass beinahe alle deutschen Medien eine Abbildung von Riaz im Gewand des Videosprechers verbreiteten (siehe folgende Abbildung). Auf dem Video spricht der junge Mann mit ernster Miene, schwingt ein Messer hin und her, und droht in Pashtu die deutsche Bevölkerung mit dem Tod.  


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Abb. 29: Videosprecher (Riaz?)


Es gibt allerdings andere Fotos von Riaz, welche die deutschen Medien, von wenigen Ausnahmen abgesehen, der Öffentlichkeit vorenthielten. Diese zeigen einen fröhlichen jungen Mann. Folgende Fotos von Riaz fand ich auf der Webseite der Daily Mail in Großbritannien!


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Abb. 30 - 31: Fröhlicher junger Mann (Riaz Khan Ahmadzai)


Der nette junge Mann sieht zwar dem etwas ältere aussehenden Videosprecher ähnlich, aber eine Ähnlichkeit zum Täter und zum Riaz kann leicht durch Morphing-Software hergestellt werden, wenn jemand an einer Täuschung interessiert war.  Fest steht, dass deutsche Medien absichtlich den Verdacht erwecken wollten, dass sogar liebe junge Muslime in ihrem Herzen mörderische Pläne gegen ihre Wohltäter hegen.  Diese Absicht ergibt sich aus der Auswahl der Bilder.


(v)  Kein Augenzeuge hat bekanntlich den Angriff im Zug geschildert, obwohl laut Medien mindestens 14 Personen dabei waren. Sind ihre Aussagen unterdrückt worden, weil sie möglicherweise jemand anderen als Riaz bei der Tat gesehen hatten bzw. Zweifel an die Identität des Täters äußerten? Oder wurden diese Augenzeugen einfach erfunden? Die Unterdrückung von Augenzeugenberichten unmittelbar nach einem Ereignis stellt schon allein ein Alarmsignal dar. Spätere Erinnerungen von Augenzeuge sind bekanntlich von neuen Impulsen, Berichten und gesichteten Bildern beeinflusst und verlieren daher ihre Beweiskraft.49 Es sind gerade die ersten, unzensierten Augenzeugenberichte über die Anschläge des 9/11, in London, Mumbai oder Paris, die es ermöglichten, die Kennzeichen einer behördlichen Teilnahme zu entdecken. ---> 10 Punkte


Anmerkungen


Angelika Finkenwirth, Was wir über den Angriff in Würzburg wissen, Die Zeit, 19.7.2016, =2262.

Ermittler hegen Zweifel an der Herkunft, N-TV, 20.7.2016, =2263.

Bluttat bei Würzburg: "Bin Soldat des Kalifats": IS veröffentlicht angebliches Droh-Video des Angreifers, FOCUS Online, 19.7.2016, =2264.

Ein Täter aus dem Nichts, Tagesschau, 19.7.2016, =2266.

Ende einer Flucht, Tagesspiegel, 19.7.2016, =2267.

Würzburg: IS-nahe Agentur veröffentlicht Video des Zug-Attent äters, Spiegel Online, 19.7.2016, =2268.

Peter Issig, Attentäter Riaz A. galt als "sehr gut integriert”, Die Welt, 19.7.2016, =2273.

Daesh diffuse une vidéo de l'auteur avant l'attaque dans un train en Allemagne: le terroriste identifié comme étant Muhammad Riayad, La Nouvelle Gazette (Belgien), 20.7.2016, =2265.

IS-Video zeigt Täter von Würzburg, Süddeutsche Zeitung, 19.6.2016, =2279.

10  Allahu akbar: Die afghanische Axt, Der Freitag, 19.7.2016, =2280.

11  Ermittler hegen Zweifel (...), Anm. 2, =2263.

12  Angelika Finkenwirth, Anm. 1, =2262.

13  Ermittler hegen Zweifel, Anm. 2, =2263.

14  Würzburg: IS-nahe Agentur veröffentlicht Video des Zug-Attentäters, Spiegel Online, 19.7.2016, =2268.

15  Ende einer Flucht, Anm. 5 =2267.

16  Würzburg (...), Anm. 6, =2268.

17  Das Video des Axt-Attentäters im Wortlaut, FAZ, 19.7.2016, =2281.

18  Zug-Attacke: IS beansprucht Angriff bei Würzburg für sich, Spiegel Online, 19.7.2016, =2271.

19  Axt-Attentat im Zug: Täter chattete offenbar mit dem IS, Merkur, 8.8.2016, =2274.

20  Manfred Schweidler, Axt-Terrorist schlüpfte ungeprüft aus Ungarn herein, Main Post, 8.8.2016, =2275.

21  Angelika Finkenwirth, Anm. 1, =2262.

22  Die Chronologie der Würzburger Schreckensnacht, Augsburger Allgemeine, 20.7.2016, =2282.

23  Nach dem Axt-Attentat – ein Ortsbesuch in Ochsenfurt, Berliner Morgenpost, 20.7.2016, =2288.

24  Angriff in Regionalzug - Innenminister: handgemalte IS-Flagge bei Täter gefunden, Süddeutsche Zeitung, 19.7.2016, =2286; 17-Jähriger greift Reisende in Regionalzug bei Würzburg an - vier Schwerverletzte, Süddeutsche Zeitung, 19.7.2016, =2287.

25  Sara Sophie Schmitt & Angelika Kleinhenz, Zeugin des Attentats: "Ich werde die Bilder nicht los", Main Post, 23.7.2016, =2276.

26  Sicherheit für alle? Fünf wichtige Fragen und Antworten, Merkur, 28.7.2016, =2290.

27  Ebd.

28  Anschläge in Bayern: So will die CSU Deutschland vor dem IS-Terror schützen, SHZ, 26.7.2016, =2292.

29  Ebd.

30  Florian Gathmann & Philipp Wittrock, Sicherheitsdebatte nach Ansbach: Gegen die Angst, Spiegel Online, 25.7.2016, =2291.

31  Anschläge in Bayern: US-Geheimdienst entschlüsselte Befehle des IS, Merkur, 14.8.2016, =2294.

32  So stark ist das Unsicherheitsgefühl der Deutschen, N24, 14.8.2016, =2293.

33  Johanna Bruckner, "Wir sind keine Rambos", Süddeutsche Zeitung, 22.3.2013, =2295; Tätigkeit und Ausrüstung eines Spezialeinsatzkommandos (http://www.softaireinsatzkommando.de/5.html).

34  Leiche des Würzburger Attentäters freigegeben, RP Online, 9.8.2016, =2278.

35  27-jähriger Attentäter offenbar in Ansbach beerdigt, Nordbayern, 9.8.2016, =2277.

36  Leichen der Attentäter von München und Würzburg freigegeben, Augsburger Allgemeine, 9.8.2016, =2296.

37  Leiche des Würzburger Attentäters (...), Anm. 34, =2278.

38  Bei Würzburg: Mann attackiert Zugreisende mit Axt - vier Schwerverletzte, Spiegel Online, 19.7.2016, =2269.

39  Sara Sophie Schmitt & Angelika Kleinhenz, Anm. 25, =2276.

40  Ende einer Flucht, Anm. 5, =2289.

41  Peter Issig, Anm. 7, =2273.

42  Herrmann zu Grenzkontrollen: "Das können wir nicht mehr so laufen lassen", Merkur, 28.7.2016, =2283.

43  Riaz A. erfuhr vom Tod eines Freundes in Afghanistan, Die Welt, 19.7.2016, =2272.

44  Was wir wissen - und was nicht, Die Welt, 19.7.2016, =2284.

45  Attentäter von Würzburg galt als ausgeglichen und integriert, Merkur, 20.7.2016, =2285.

46  Angriff in Regionalzug, Anm. 24, =2286.

47  Ähnlich wurde die 9/11 Kommission auf einen vorgegebenen Kurs festgelegt: Die Kommission musste von der offiziellen Legende der 19 islamistischen Attentäter ausgehen. Andere Spuren sollte sie nicht verfolgen.

48  Die „Fakten“ zu 9/11 wurden vom US-amerikanischen Kongress am 12. September 2001 politisch festgestellt.  Auch die „Fakten“ über vermeintliche irakische Massenvernichtungswaffen wurden politisch hergestellt, um die Invasion der USA in Irak zu legitimieren.

49  Bornstein, B. H., Deffenbacher, K. A., Penrod, S. D., & McGorty, E. K. (2012). Effects of exposure time and cognitive operations on facial identification accuracy: A meta-analysis of two variables associated with initial memory strength. Psychology, Crime, & Law, 18, 473–490; Sheena M. Lorenza, Factors Affecting the Accuracy of Eyewitnesses Identification, The Review: A Journal of Undergraduate Student Research, Vol. 6, Article 9 (2003), =2022.